So wird dein Hund in nur 3 Schritten zu einem aufmerksamen Begleiter

Kennst du diese Situation? Du bist mit deinem Hund an einem unbekannten Ort und plötzlich scheint alles Training verflogen. Er zieht an der Leine, reagiert null auf dich, möchte überall hin und einfach alles erkunden. Oder du triffst dich zum Spaziergang mit einem Hundekumpel und sämtliches Rückruftraining scheint vergessen?

Dein Hund ist in solchen Moment einfach nicht auf dich konzentriert. Er findet seine Umwelt so spannend, dass er diese unbedingt, jetzt sofort erkunden möchte. Das geht natürlich nicht immer.

Damit du einen entspannten Alltagsbegleiter an deiner Seite hast, benötigst du die Aufmerksamkeit deines Hundes. Denn nur wenn du in seinem Fokus stehst, kannst du ihm sagen wie er sich verhalten soll. Die Aufmerksamkeit deines Hundes ist also die Basis für jedes Training.

Woran erkennst du, dass dein Hund aufmerksam ist?

  • wenn er in Gedanken bei dir ist
  • wenn er sich mit seinem Körper dir zuwendet
  • wenn seine Ohren auf dich gerichtet sind
  • wenn er dich ansieht

 

Wieso ist Blickkontakt deines Hundes besonders wichtig?

Da wo dein Hund hinsieht, darauf konzentriert er sich. Jeder Aufmerksamkeit liegt eine simple Motivation zu Grunde. Dein Hund erwartet die Befriedigung eines seiner Bedürfnisse. Deshalb gibt es für dich nichts wertvolleres als ein Blick deines Hundes. Sobald dein Hund dich ansieht, stehst du in seinem Fokus. Es gibt kein größeres Kompliment!  😉

 

Wie verbesserst du die Aufmerksamkeit deines Hundes und schaffst es, dass er dich mehr ansieht?

  1. Analysiere euren Ist-Stand

Beobachte wie oft dich dein Hund im Alltag ansieht. Mein Tipp: erstell dir eine Checkliste, die auf euren Tagesablauf angepasst ist und notiere dir, wie oft dich dein Hund in welchen Situationen unaufgefordert angesehen hat.

Hier einige Beispiele für deine Checkliste:

  • Beim Gassie gehen, bevor es los geht
  • beim An-/Ableinen auf der Gassierunde
  • beim Überqueren von Straßen
  • an Ampeln
  • an Wegkreuzungen (angeleint)
  • an Wegkreuzungen im Freilauf
  • wenn uns Passanten begegnen
  • wenn wir Radfahrer treffen
  • beim Spielen
  • wenn ich meinem Hund ein Leckerlie gebe (achte hier genau darauf wo dein Hund hinschaut!)
  • vor dem Füttern
  • wenn ich den Raum verlasse oder betrete

 

  1. Mach dir bewusst was dein Hund spannend findet

Niemand kennt deinen Hund so gut wie du selbst. Mach dir eine Liste mit den 20 schönsten Dingen für deinen Hund. Hier ist jeder Hund sehr individuell.

Ich habe hier wieder einige Beispiele für dich zusammengestellt:

  • spielen mit einem Zergel
  • Ballspielen mit dem Lieblingsball
  • eine Spur verfolgen
  • Sozialkontakt zu Kumpels
  • Begrüßen von Menschenfreunden
  • anspringen
  • schnüffeln an einer Pipistelle
  • Leberwursttube abschlecken
  • Leckerlies aus dem Gras suchen
  • schwimmen im See
  • gemeinsames Rennen mit Kumpels
  • gemeinsames Kuscheln auf der Couch
  • Käse aus einem Baumstamm frickeln
  • Fleischwurst aus der Luft fangen

 

  1. Werde zur Welt für deinen Hund – belohne freiwillige Aufmerksamkeit

Überlege dir nun welche Dinge du von deiner Belohnungsliste als Belohnung für die freiwillige Aufmerksamkeit deines Hundes einsetzen kannst. Sei hier abwechslungsreich und habe immer mehrere Möglichkeiten in der Hinterhand. Dadurch bleibst du für deinen Hund besonders spannend und es fällt ihm zukünftig leichter dich anzusehen.

Nun kannst du dir gezielt leichte Situationen überlegen, in denen du den Blickkontakt deines Hundes abfragst. Sprich ihn hierzu einfach kurz mit Namen an, und belohne ihn..

Hier einige Situationen in denen du den Blickkontakt abfragen kannst

  • vor der Freigabe zum Essen
  • bevor ihr die Wohnung zum Gassi verlasst
  • nachdem dein Hund angeleint ist und bevor er die Freigabe zum Laufen erhält
  • bevor ihr die Richtung wechselt (bleib hierzu stehen)
  • bevor ihr gemeinsam die Straße überquert

Ganz nebenbei sind all diese kleinen Situationen Impulskontrollübungen. Dein Hund lernt zu warten und bei dir zu hinterfragen was er tun soll. Er konzentriert sich auf dich und du hast Zeit zu handeln. Jetzt hast du die Situation erreicht, in der du deinem Hund ein Alternativverhalten in aufregenden Situationen beibringen kannst.

 

Was kannst du tun wenn dein Hund dich nicht ansehen möchte?

Es gibt Hunde denen fällt es anfänglich schwer einem Menschen ins Gesicht zu sehen. Hier ist es natürlich zunächst wichtig zu klären, wieso das so ist.

Hat der Hund eine Vorgeschichte, bzw. negative Erfahrungen mit Menschen?

Oder hat er es schlichtweg nie gelernt?

Hier ist es sehr wichtig das Training möglichst kleinschrittig aufzubauen.

  1. Überprüfe dich selbst!

    Wie ist deine Körperhaltung?
    Beugst du dich möglicherweise über deinen Hund, während du mit ihm  agierst?
    Wie ist deine Ausstrahlung während des Trainings?
    Belohnst du im richtigen Moment und ist es die richtige Belohnung?

 

  1. Überprüfe eure Umwelt!

    Wie hoch sind die Ablenkungen?
    Wie war euer Tag bisher?
    Ist dein Hund gestresst?
    Ist heute etwas anders als sonst?

 

  1. Lobe kleine Fortschritte!

Ist dein Training für deinen Hund kleinschrittig genug?
Achte genau auf die Körpersprache deines Hundes und beginne schon kleine Bewegungen in deine Richtung zu belohnen. Versuche ihn so nah wie möglich bei dir zu belohnen,  dadurch muss er sich zu dir umwenden.

 

Tipp zum Schluss

Sei eine Wundertüte für deinen Hund! Achte darauf, deinen Hund möglichst seinen Bedürfnissen entsprechend und abwechslungsreich zu belohnen. Dass erhöht nicht nur den Spaßfaktor für euch beide, sondern du wirst auch zum Ort der Bedürfnisbefriedigung für deinen Hund, es wird für ihn nichts spannenderes mehr geben als dich!

 

Fazit

  • Dein Training wird im Alltag nur funktionieren, wenn du die Aufmerksamkeit deines Hundes hast
  • Das deutlichste Zeichen für die Aufmerksamkeit deines Hundes ist der Blickkontakt zu dir
  • Da wo dein Hund hinsieht, darauf konzentriert er sich.
  • Beobachte wie oft dein Hund dich im Alltag ansieht
  • und welche Situationen besonders spannend für ihn sind
  • Belohne den freiwilligen Blickkontakt deines Hundes mit abwechslungsreichen Belohnungen
  • so wirst du zum Ort seiner Bedürfnisbefridigung
  • Frage den Blickkontakt deines Hundes in verschieden alltäglichen Situationen ab, steigere langsam die Schwierigkeit

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